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OPERATION: MINDCRIME | WOLFEN RELOADED | FIRE & WATER

13.11.2015 | Kaminwerk, Memmingen | Ticket: 32,00 EUR

Der Tourstart von OPERATION: MINDCRIME im Memminger Kaminwerk zeigte wieder einmal deutlich, dass heutzutage hochgehypte Pseudostars mehr wahrgenommen werden als echte Vollblutmusiker. Wie man diesem ersten Satz entnehmen kann, war der erste Auftritt von OPERATION: MINDCRIME auf Europas Bühnen nicht annähernd ausverkauft und stand damit im krassen Gegensatz zu dem, was im Späteren auf der Stage geboten wurde. Nun kann man entschuldigend anmerken, dass vielleicht nicht jeder erkannt hat, wer hinter diesem "glamourösen" Namen steht, schließlich zählt das Album "Operation: Mindcrime" in Kennerkreisen zum Besten, was je in der Rockmusik aufgenommen wurde. Entschädigt wurden aber diejenigen, die den Weg ins Allgäu tatsächlich auf sich genommen haben.

Doch der Reihe nach... OPERATION: MINDCRIME hatte für diesen Auftritt zwei Supportbands mit im Gepäck. Den Anfang machte ein Duo namens FIRE & WATER. Tomas McCarthy und Clodagh Kearney, die später noch eine weitere Rolle an diesem Abend spielte, eröffneten mit Akustik Gitarre und Saxophon. Das Pärchen aus Cork / Irland zeigte dabei, mit wie wenig Aufwand man ganz tolle Musik abliefern kann. Vermutlich werden sie aus oben genannten Gründen nie die ganz großen Stars, aber die Anwesenden waren durchaus von den musikalischen Fähigkeiten beeindruckt!

Es folgten WOLFEN RELOADED aus dem Chiemgau. Dieser klassischen Rockband (Christian Freimoser (voc), Wolfgang Forstner (git), Thomas Rackl (bass) und Manuel Wimmer (dr)) war in jeder Sekunde der Stolz anzumerken, im Vorprogramm von Geoff Tate auftreten zu dürfen. Anekdote am Rande: bevor man sie ins Vorprogramm holte, hatten sie selbst schon Karten für die Konzerte gekauft. Schöne Geschichte! Mit kernigem, bodenständigem Rock wussten auch sie im sich langsam füllenden Kaminwerk zu überzeugen. Sympathiepunkte sammelte Sänger Christian Freimoser für seine offenen, ehrlichen Ansagen. Es sahen zwar nicht "A Million Faces" zu (einer ihrer Titel), aber das Quartett aus Traunstein schien durchaus froh und zufrieden zu sein.

"Hello, hellooho (...) sweet dreams, little bastard (...) I remember now. I remember how it started!"

Als sich die erste Gänsehaut gelegt hatte, wurde jedem im Publikum klar, dass der Meister sein vorher als Gerücht kursierendes Versprechen wahr machen würde: Geoff Tate spielt das komplette "Mindcrime"-Set am Stück! Er betrat die Bühne zu "Revolution Calling" im feinen Zwirn mit Hut und Sonnenbrille. Sofort wurde einem wieder bewusst, was diesen Sänger von all den anderen im Business unterscheidet: Bühnenpräsenz, Persönlichkeit, Charisma!

Wie in den guten, alten Zeiten war auch das erste Highlight der Show schnell gefunden: nach wie vor "Suite Sister Mary" (mit Clodagh Kearney von FIRE & ICE als Sister Mary)! Es folgte mit "Breaking The Silence", "I Don't Believe In Love" und "Eyes Of A Stranger" ein Klassiker nach dem anderen. Die Frage, die im Vorfeld von größtem Interesse war, bezog sich auf Tates Stimme.

Würde sie die Klasse alter Tage erreichen? Nachdem ich anfangs Zweifel hatte, ob Mr. Tate und sein Mischer jemals Freunde werden können, bekam der Mann am Mischpult seine Probleme im Laufe des Sets in den Griff.

Wer gedacht hat, mit dem "Mindcrime"-Set wäre die Show beendet, lag komplett falsch! In Zeiten, in denen manche Stars nach einer Stunde meinen, genug getan zu haben, fangen OPERATION: MINDCRIME erst richtig an. Mit "Re-Inventing The Future" vom aktuellen Album "The Key" startete sozusagen Teil zwei der Show, wohl der beste Song des O:M-Debüts. Das Feuerwerk an QUEENSRYCHE-Klassikern ging aber noch weiter: "Take Hold Of The Flame", "Neue Regel", "Sceaming In Digital". Ein lang andauernder Applaus führte zu einem ausgiebigen Zugabenteil. Dort schmetterte Geoff Tate dann die Brecher der "Empire"-Ära heraus: "Jet City Woman" und "Empire". Bassist John Moyer (DISTURBED) durfte sich bei "Damaged" vom "Promised Land" Album dann mal so richtig austoben. Ein Wort zu den Musikern: neben Geoff Tate und John Moyer spielten Kelly Gray und Scott Moughton die E-Gitarren, Randy Gane (key) komplettierte das Line-Up. Einen Musiker muss man aber noch gesondert hervorheben: was Simon Wright (AC/DC, DIO) an den Drums ablieferte, war mehr als nur bemerkenswert - ein ganz großer Musiker!

Kurz nach 23:00 Uhr war es dann soweit: die Gitarren spielten G/Gadd9 und Em9/Em7 im Wechsel... das ein oder andere Tränchen wurde verdrückt - Tränchen, dabei gewesen zu sein, Tränchen wegen dem letzten Lied im Set, dankbar das nochmal erlebt zu haben: "Silent Lucidity".

Setlist OPERATION: MINDCRIME:
1. I Remember Now | 2. Anarchy-X | 3. Revolution Calling | 4. Operation: Mindcrime | 5. Speak | 6. Spreading The Disease | 7. The Mission | 8. Suite Sister Mary | 9. The Needle Lies | 10. Electric Requiem | 11. Breaking The Silence | 12. I Don't Believe In Love | 13. Waiting For 22 | 14. My Empty Room | 15. Eyes Of A Stranger | 16. Re-inventing The Future | 17. The Stranger | 18. Burn | 19. Take Hold Of The Flame | 20. One More Time Around | 21. Neue Regel | 22. Screaming In Digital
ENCORE:
23. Empire | 24. The Thin Line | 25. Damaged | 26. Jet City Woman | 27. Silent Lucidity

Text & Fotos: Matt Bischof

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