AGNOSTIC FRONT

The American Dream Died

Es ist wie ein Heimkommen nach Jahren der Abwesenheit: Die Heimatstadt hat sich verändert, ist gewachsen, alte Freunde sind weggezogen, Fast-Food-Ketten und Imbissbutzen haben Tante-Emma-Läden und den Kramer verdrängt. Alles ist anders geworden, und das Meiste fühlt sich komisch oder gar fremd an. Was für ein Glück, dass es bei AGNOSTIC FRONT eben nicht so ist. Hier hat sich nichts verändert, die alten Kumpels sind weiter am Start, die Botschaft der Songs ist die gleiche wie früher, die Musik immer noch direkt, mitten ins Gesicht, Power vom Fass. In den 30 Jahren des Band-Bestehens haben die New Yorker mit der aktuellen Scheibe "The American Dream Died" gerade mal ihr 11. Album veröffentlicht, was zwei Vorteile hat: Zum einen haben AGNOSTIC FRONT so genug Zeit für ausgiebiges Touren und können ihre Qualitäten als hervorragende Live-Band beweisen. Zum anderen können sie sich Zeit fürs Schreiben von Songs lassen, die frei von Experimenten sind und seit drei Jahrzehnten vor allem eines enthalten: Wut. Wut, die sich in den 16 Songs (inklusive eines Intros) von "The American Dream Died" ungestüm ihre Bahn bricht, verpackt in ein brachiales Sound-Gewand, das ebenso roh wie modern ist und an den Live-Sound der Band erinnert. Die Songs sind allesamt gelungen, würden einer wie der andere ins Live-Set passen und eignen sich ebenso für Pogo-Einlagen wie Mitgröl-Passagen. Anspieltipps sind die hymnenhaften "Old New York" und "Just Like Yesterday" sowie das geknüppelte "Police Violence". Auch wenn Agnostiker an nichts glauben: Die verdienten 8 Punkte sind nicht etwa unglaubwürdig, sondern sehr wahrhaftig.

Flo

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