HEADS.

Heads.

HEADS. mit dem Punkt am Ende sind drei junge Männer aus Berlin, die ihre erste kurze Platte gerade wie einen Schraubenzieher in dein Gehirn bohren. Das Debüt lässt keine Sekunde daran zweifeln, dass wir es hier mit lautem grundsoliden Noiserock zu tun haben. Dennoch kommen manchmal ganz zaghaft psychedelische und grungige Einflüsse neben den unharmonischen Gitarrenriffs und Basslines zum Vorschein ("Black River", "Foam"), um dann (leider oft viel zu) schnell wieder in der schleppenden Soundclashwelle unterzugehen. Das sich ziehende Tempo ist vielleicht auch der grauen Atmosphäre Berlins zuzuschreiben. Die Texte zur ersten Platte entstanden nämlich im Berliner Winter nahe der Stelle, wo früher die Mauer stand. HEADS.-Sänger Ed Fraser, ursprünglich aus Melbourne, hat dort sein Apartment. "Skrew" ist laut Fraser noch der "fröhlichste" Song, wenn man das bei gut achtundzwanzig Minuten Darkness überhaupt behaupten kann.

Für Noiserock-Noobs wie mich klingen die Aufnahmen manchmal etwas ungleichgewichtig, aber das soll sicher so sein. Gerade wenn Fraser viel Melodie in seine Zeilen packt, packt es auch mich. Die Sprechgesang-Parts gehen an mir vorbei. Die großen Vergleiche mit anderen Noiserock-Größen erlaube ich mir nicht zu ziehen. Aber dass das talentierte Trio in der von vielen anderen Musikeinflüssen gewebten Noiserockwelt einmal ihren Platz finden wird, bezweifle ich nicht. Auf den Geschmack bringt mich nach den sechs kleinen Häppchen vielleicht erst die zweite Platte. Für die würde ich mir auch noch mehr subtile Einflüsse anderer Genres wünschen. Mein Appetit ist da, der Hunger muss noch kommen. 5 mal Heads, ääh Thumbs Up.

Inka

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