MANILLA ROAD

The Blessed Curse & After The Muse

Für die einen sind sie Kult, für andere ein Geheimtipp, doch die meisten (vor allem jungen) Metal-Fans kennen sie gar nicht! Die Rede ist von MANILLA ROAD, jener Band aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas, die 1977 von Mark "The Shark" Shelton, Robert Park, Scott "Scooter" Park und Ben Munkirs gegründet wurde. 1980 veröffentlichten sie ihr erstes Album "Invasion", doch der Durchbruch gelang erst drei Jahre später mit dem Album "Crystal Logic", mit dem die Band sich als Mitbegründer des "Epic Metal" etablierte. Dieses Album wird von Experten als Meilenstein dieses Genres bezeichnet und von vielen Bands auch als Referenz genannt. Doch 1990 löste sich die Band auf, erst zehn Jahre später, zu Beginn des neuen Jahrtausends, kam es zu einer Reunion, zwar mit Mark Shelton, aber sonst mit neuen Musikern. Sie spielten beim BANG YOUR HEAD!!! Festival und 2001 auch auf WACKEN mit großem Erfolg. Die früheren Alben wurden wiederveröffentlicht, und plötzlich war diese Band im Gespräch, erfolgreicher als früher.

Mit dem 2013er Release "Mysterium" waren MANILLA ROAD gut zwei Jahre auf Welttournee, spielten beim SWEDEN ROCK und auf dem HELLFEST. Und jetzt liegt der Nachfolger vor - gleich als Doppelalbum. Das eigentliche Album "The Blessed Curse" ist das 17. Studiowerk und ist praktisch ein Konzeptalbum: Songwriter Shelton zeigt auf, dass sich Teile der Bibel bereits in den älteren Inschriften der Sumerer finden, musikalisch bewegen sich die Musiker zwischen langen epischen Balladen und heftigen Metal-Sounds; lange Gitarrensoli, Drum-Exkursionen und "Gänsehaut"-Gesangslinien inklusive. Stilistisch ist das Old-School-Metal mit einem Doom-Faktor, wie z.B. in "Sword Of Hate". Aber - dem Thema geschuldet - gibt es bei "Tomes Of Clay" auch orientalische Zwischentöne.

Der zweite Silberling ist praktisch eine Zugabe. Hier präsentiert die Band sechs Songs, die über mehrere Jahre hinweg entstanden sind und zum Teil mit Gastmusikern eingespielt wurden. "After The Muse" beinhaltet vor allem ruhigere Klänge, die bei den Songintros manchmal an LED ZEPPELIN ("Reach") oder LYNYRD SKYNYRD (bei "All Hallow's Eve") erinnern. Letztgenanntes Stück ist ein besonderes Schmankerl für Fans der Band: Dieser Song, der Anfang der 80er im Proberaum aufgezeichnet wurde und von dem nur die ersten zwölf Minuten erhalten waren, wurde neu eingespielt. Dafür wurde sogar der Original-Drummer Rich Fisher verpflichtet. Die 15-minütige Neueinspielung steht jetzt zum Vergleich zur Originalfassung, die auch auf der Platte ist, zur Verfügung.

Keine Frage, mit diesem Doppeldecker ist den Altrockern ein erneut gutes Spätwerk gelungen, welches vor allem die Fans dieses Genres schätzen werden. Ein "must have" für jede gut ausgestattete Metal-Sammlung ist es allerdings nicht, darum als Mittelwert auch nur eine 6er-Wertung.

no.men

 

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