NELSON
Peace Out
Matthew und Gunnar Nelson sind nun schon seit über 25 Jahren im Musikbusiness unterwegs. Die Zwillingssöhne von RICKY NELSON hatten 1990 mit ihrem Debütalbum "After The War" und der Single "(Can't Live Without Your) Love And Affection" aus dem Stand einen Riesenerfolg, an den sie mit den Folgealben aber auch nicht mehr anknüpfen konnten.
Ich erinnere mich noch, dass die Jungs damals überwiegend schlechte und oft auch hämische Kritiken bekommen haben. Sehr eingängige und glattgeschliffene Rocksongs, dazu die Glam-Optik der Zwillinge waren manchem Rockmusik-Fan und Kritiker doch zuviel des Guten.
Und jetzt sind die beiden wieder da? Mitnichten. Eigentlich waren sie nie weg. Seit Mitte der Neunziger veröffentlichen Nelson regelmäßig Platten auf ihrem eigenen Label und hatten speziell in Japan damit respektablen Erfolg. Und wenn man sich durch diese Platten durchhört muss man anerkennen, dass da keine wirklichen Ausfälle dabei sind.
An ihrem Sound haben sie seit ihrem Debütalbum nicht viel verändert. Es bleibt beim Gute-Laune-AOR-Rock ohne große Ecken und Kanten. Da ist die Zeit mal wirklich stehen geblieben. Vielleicht ein Kaufsignal für die "Früher war alles besser..."-Fraktion...
Sonderlich viel Abwechslung bietet "Peace Out" nicht. Aber es sind trotz aller Kritik einige Songs dabei, die sich fest in die Gehörgänge graben. Der flotte Opener "Hello Everybody" oder auch "Invincible" sind klasse Rocksongs und perfekt für die Fahrt im offenen Cabrio. Erstaunlicherweise ist mit "On The Bright Side" nur eine Ballade vertreten. Aber keine Angst, auch die etwas härteren Songs wie "Rockstar" passen dank der polierten Produktion perfekt ins Gesamtbild.
Wer also den Sound der Achtziger und Bands wie NIGHT RANGER, FM, CHEAP TRICK oder die neuen Bands des Genres wie WHITE WIDDOW und SONIC STATION toll findet, sollte sich "Peace Out" mal anhören und 6 Finger in die Höhe strecken.
Holger
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