OPETH | Pale Communion
Roadrunner | Warner | 8 Tracks | 55:45 Min.
Mit Spannung wurde das elfte Album von Mikael Åkerfeldt und seinen musikalischen Wegbegleitern erwartet. Nach dem Vorgängeralbum "Heritage" waren die Fans geteilt. Für die reinen Metaller war das nix mehr, für Progrock Fans allerdings die Offenbarung. Wohin geht die Reise? Åkerfeldt hatte angedeutet, es gäbe keine Growls mehr bei OPETH. Der Metal-Anteil sollte zugunsten des Progrock-Anteils abermals schwinden. Wie würde sich das auswirken? "Pale Communion" gibt Aufschluss. In Deutschland auf Platz 3 der Albumcharts gestartet, kann man zu allererst den mittlerweile hohen Stellenwert der Band um den sympathischen Frontmann erkennen, denn kommerziell erfolgreiche, leichte Kost wird hier auf keinen Fall geboten! Klar hat Mastermind Åkerfeldt nach wie vor ein tolles Gespür für Melodien und Gesangsharmonien, allerdings sind diese auf "Pale Communion" deutlich der Songdramaturgie der 70er Jahre Inspirierten Progrock-Hymnen untergeordnet. Vier bis sechs Durchläufe braucht es schon, bis die wahre Schönheit des neuen Werkes auf den Hörer wirkt. Nebenbei hören ist nahezu ausgeschlossen. Zu vielschichtig und wenig eingängig sind die Tracks zu Beginn. Ansonsten zeigt das neue Album OPETH in Reinkultur. Ob der markante Gitarrensound, die Moog, das relaxte, direkte und komplexe Drumspiel oder die unverkennbare Signaturstimme von Åkerfeldt, alles ist da, nur jetzt in reinrassiger Progkultur. Das Album hätte mit Ausnahme des phantastisch erdigen und klaren Sounds (der so retro und gleichzeitig so zeitgemäß ist) ebenso vor vierzig Jahren veröffentlicht werden können. "Eternal Rains Will Come" mimt noch einen relativ nachvollziehbaren und melodischen Opener, aber gleich anschließend markiert "Cusp Of Eternity" mit Erinnerungen an EMERSON, LAKE AND PALMER den neuen Weg. Der Zehnminüter "Moon Above, Sun Below" führt dann von QUEEN über KING CRIMSON bis hin zu folkigen CARAVAN, es gibt so viel zu entdecken. "Elysian Woes" zeigt die zerbrechliche Seite von Mikael mit viel Akustikgitarre. "Goblin" atmet GENTLE GIANT und RAINBOW. Die Reise durch vergangene Zeiten geht weiter. "River" und "Voice Of Treason" leiten zum melancholisch ruhigen Schluss von "Faith In Others" hin. Bei all dem Vergleichen bleibt OPETH zu hundert Prozent OPETH und damit absolut eigenständig und unvergleichlich. Es gibt mehr als 10 Gründe dieses Album zu kaufen! Viel Spaß beim Entdecken. Bernd
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