SOILWORK

Live In The Heart Of Helsinki

Ein fettes und absolut wertiges Paket haben SOILWORK da mit "Live In The Heart Of Helsinki" geschnürt. Die Doppel-Live-CD bringen die Schweden auch wahlweise mit DVD oder Blu-ray in den Handel. Aufgenommen am 21. März 2014 zeigt das Album eine Band, die nach dem Doppel-Schlag "The Living Infinite" wieder zurück in der Erfolgsspur ist. Enthalten sind Songs aus allen Schaffensphasen der Helsingborger. SOILWORK erhalten zusätzlich Unterstützung von den Gästen Floor Jansen (NIGHTWISH, REVAMP) bei "Let This River Flow" und Nathan J. Biggs (SONIC SYNDICATE) bei "Black Star Deceiver".

Auf "Live In The Heart Of Helsinki" zeigen SOILWORK musikalisch ihre große Klasse. Frontmann Björn "Speed" Strid hat ein unbestritten breites Repertoire. Leider sitzt wie in den cleaneren und allein von ihm gesungenen Parts der Hits "Follow The Hollow" und "Rejection Role" nicht immer jeder Ton. Speeds Leistung schwankt sehr stark im Laufe des Konzerts, was aber bei dem anstrengenden Material auch eigentlich nicht überrascht. Das größte Problem der Doppel-CD jedoch ist, dass die Songs irgendwie zusammengeklatscht wirken. Pausen zwischen den Songs gibt es kaum, Ansagen ebenso. Wer ein wirkliches SOILWORK-Live-Feeling haben will, der muss zur DVD oder Blu-ray greifen. Hier hat man auf die Schnitte verzichtet, lässt Speed zu Wort kommen, das Publikum ausgiebig toben und gibt dem Hörer/Seher die kleinen bei Konzerten üblichen Pausen. Warum sich Ton- und Bildträger so unterscheiden, weiß wohl nur SOILWORK selbst, denn Platz wäre auf den CDs durchaus noch gewesen.

Die Blu-ray entspricht hinsichtlich Bild und Ton High-End-Standard und macht enormen Spaß. Aktivposten auf der Bühne ist dabei unbestritten Bassist Ola Flink und besonders die vordere Linie hat ob des euphorischen Publikums ein Dauergrinsen im Gesicht. Die im Bonus-Material enthaltenen Drumcam-Aufnahmen kann man sich getrost sparen, es sei denn, man ist großer Fan von Dirk Verbeuren und davon, den Belgier vier Songs aus ein und derselben Perspektive spielen zu sehen. In der fast 38-minütigen History erzählen die Bandmitglieder, allen voran Speed, mehr über die Geschichte der Band, garniert mit eingeblendeten Fotos. Zusätzlich enthalten ist eine unterhaltsame fast 50-minütige Doku über die Entstehung von "The Living Infinite".

Ein starkes Produkt einer Band, an der wir hoffentlich noch lange viel Freude haben werden. Wer sich "Live In The Heart Of Helsinik" zulegen möchte, sollte unbedingt zu einer der Versionen mit Bildmaterial greifen und das Konzert am Fernseher genießen.

Dr. Haag

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