STEVEN WILSON
Hand.Cannot.Erase
STEVEN WILSON ist nicht irgendein Musiker, der irgendeine Platte veröffentlicht. Er ist ein Getriebener, ein - im positiven Sinne - Besessener, einer, der sich und seine Zuhörer an Grenzen bringt. Manche mögen den Engländer für blasiert oder unnahbar halten. Fakt ist: Was der Mann anfasst, wird zu Gold. Das galt bereits für PORCUPINE TREE und das verhält sich auch mit seiner Solokarriere nicht anders. Wer indes der Vorgängerband nachweint (an eine Reunion ist wohl vorerst nicht zu denken), sollte sich dringend mit WILSONs neuem Album auseinandersetzen.
Die Geschichte, die dem Konzept zugrunde liegt, ist eine traurige: Die junge Joyce Carol Vincent stirbt in ihrer Wohnung in London und wird erst nach über zwei Jahren gefunden. Perfektes Futter also für WILSON, der sich bereits bei PORCUPINE TREE sehr kritisch mit Themen die moderne Gesellschaft betreffend beschäftigt hat. Musikalisch werden alle Register gezogen, Konventionen oder Einschränkungen sind dem Briten wie immer völlig egal. Es gibt halsbrecherische Prog-Abfahrten auf der einen Seite ("Ancestral"), traurige und ruhige Momente auf der anderen (das zum Sterben schöne "Perfect Life", das mit seinem elektronischen Unterbau auch gut auf der ersten Platte von CHROMA KEY hätte stehen können).
Trotz der enormen Bandbreite klingt das Album als Ganzes jedoch stets wie aus einem Guss und offenbart auch nach dem 9ten mal Anhören zahlreiche neue Facetten. Prog-Fans müssen zuschlagen.
Zenz
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