THREE DAYS GRACE
Human
Die Kanadier THREE DAYS GRACE dürften die Jugendzeit so einiger 90s-Kids musikalisch untermalt haben. Jetzt sind diese 90s-Kids Anfang bis Mitte Zwanzig und die Alternative Rocker schreiben immer noch Songs, zuletzt für ihr fünftes Studioalbum "Human". THREE DAYS GRACE Lieder funktionieren einfach, auch weil sich die Combo Genre-technisch nicht zu stark aus dem Fenster lehnt. Bombensicherer Alternative erschreckt nicht mit Ausschlägen in andere Richtungen. Um seine Fans zu befriedigen, gehört allerdings noch etwas mehr dazu und das hat die Band durchgezogen: Auf "Human" klingt kein Song Genre-fremd, aber jedes Lied hat die eine Note, die es von den anderen elf Tracks unterscheidet. Gleichzeitig ist "Human" in sich stimmig und die Sing-Along Refrains zielen bei jedem Track ins Schwarze.
Der Opener "Human Race" haut nicht so hart rein, lässt aber Kopf und Bein trotzdem nicht stillstehen. Dafür ist das folgende "Painkiller" wieder etwas kraftvoller und lässt Gitarren Riffs und Vocals gut zusammen harmonieren. Nein, es ist nicht mehr Adam Gontier, der sich die Seele aus dem Leib singt, nach zehn Jahren müssen sich die 90s-Kids an einen Neuen an der TDG-Front gewöhnen. Das musste die Band praktisch nie, war Matt Walst doch schon immer Teil der THREE DAYS GRACE Familie. Walst hatte schon 2003 am ersten Album der Band mitgewirkt und ist als jüngerer Bruder von Brad Walst, dem Bassisten der Band, schon immer mit dabei gewesen. Matt passt sehr gut in diese Konstellation, bringt das mit, was man als Sänger für diese Alternative Musik braucht: Melodie in den ruhigeren Parts (die auf "Human" nicht so oft zu finden sind) und Kraft für die lauten Refrains (die es in Hülle und Fülle auf dieser Platte gibt). Man merkt, dass Walst das Schaffen von THREE DAYS GRACE schon immer mitverfolgt hat, deshalb hat er es auch gar nicht nötig, der Band einen neuen Stempel aufzudrücken.
Dass sich nach zehn Jahren der Geist und Gedanke des Projekts nicht geändert hat, spricht für die neue Konstellation. Auf dem mit knapp vierzig Minuten relativ kurzen und knackigen fünften Album "Human" gleicht kein Song dem anderen und trotzdem fühlt man sich beinahe wie 2006 auf dem ersten THREE DAYS GRACE Konzert. Schön, dass (fast) alles beim Alten ist! 8tung, Anspieltipps sind: "Landmine", "Tell Me Why" und "Car Crash".
Inka
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