ZODIAC | Sonic Child
Napalm | Universal | 12 Tracks | 60:41 Min.
Die Münsteraner Band ZODIAC ist aus der Asche der Death Metal Combo MISERY SPEAKS hervorgegangen, wovon musikalisch allerdings nullkommanix mehr übrig ist. 2014 spielen die vier Jungs bluesig, souligen Classic Rock mit entspannt psychedelischen Elementen. Hatte das erste Album "A Bit Of Devil" durchaus einige geradlinige Rocker mit Retrorock-Schlagseite an Bord, ging Album Nummer zwei "A Hiding Place" deutlich funkiger zu Werke. Im Gegensatz hierzu ist das dritte Album nun deutlich entspannter, wenngleich auch etwas experimenteller. Nach dem ruhigen Intro "Who I Am" welches das Band Motto "Musik ist das Wichtigste im Leben" transportiert, geht "Swinging On The Run" steil nach vorne und wird LYNYRD SKYNYRD- sowie JOE BONAMASSA-Fans gleichermaßen ansprechen. Die samtig raue Stimme von Nick van Delft drückt dem kompletten Album ihren Stempel auf. Beim tatsächlich sehr traurigen "Sad Song" übernimmt diesen Part die Steel Gituar. Allerdings stoppt der Song etwas den Fluss des Albums nach dem stampfenden Titelsong sowie nach dem heavy rockenden "Holding On". "Out Of The City" kommt anschließend recht Stoner-mäßig daher, bevor "A Penny And A Deadhorse" sich in sieben Minuten hochschraubt und in einem ausladenden Jam endet. Mein persönliches Hightlight ist "Rock Bottom Blues", zuerst schwer und getragen, hebt dieser bei sechseinhalb Minuten ab und nimmt jede Menge Hammond Orgel mit. Diese Abwechslung auch innerhalb der Songs hält die Spannung hoch. Gerne bauen ZODIAC auch immer wieder David Gilmour Gedächtnis-Zitate ein. Der warme, klare und sehr gelungene Sound des Albums tut sein Übriges, um jeden offenen Vintage und Retrorocker von der Qualität der sympathischen Jungs zu überzeugen. Die Band ist übrigens vor allem live eine Ohrenweide. Viel Spaß beim Anchecken. Wer hat hier nur 8 Gitarrensoli gehört? Bernd
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